Bava Metzia 136

Kapitel 136

א אמר אביי כפועל בטל של אותה מלאכה דבטל מינה
1 Abajje erwiderte: Einem Arbeiter, der sich seiner Berufsarbeit müßigt.
ב וצריכא דאי תנא חנוני חנוני הוא דסגי ליה כפועל בטל משום דלא נפיש טרחיה אבל מעות ליקח בהן פירות דנפיש טרחיה אימא לא סגי ליה כפועל בטל
2 Und beides ist nötig. Würde er es nur von einem Krämer gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur für einen Krämer sei der Lohn eines müßigen Lohnarbeiters ausreichend, weil er nicht viel Mühe hat, für [einen Händler] aber, dem man Geld zum Ankauf von Früchten gibt, der viel Mühe hat, sei der Lohn eines müßigen Lohnarbeiters nicht ausreichend.
ג ואי תנא מעות ליקח בהן פירות הוה אמינא התם הוא דבעי כפועל בטל משום דנפיש טרחיה אבל חנוני דלא נפיש טרחיה אימא סגי ליה במשהו בעלמא דאפילו לא טבל עמו אלא בציר ולא אכל עמו אלא גרוגרת אחת זהו שכרו צריכא:
3 Und würde er es nur von [einem Händler], dem man Geld zum Ankauf von Früchten gibt, gelehrt haben, so könnte man glauben, nur für diesen sei der Lohn eines müßigen Lohnarbeiters erforderlich, weil er viel Mühe hat, für einen Krämer aber, der nicht viel Mühe hat, sei auch eine Kleinigkeit ausreichend, wenn er bei ihm etwas in Tunke eintaucht oder mit ihm eine Dörrfeige ißt, so sei dies sein Lohn. Daher ist beides nötig.
ד (כמה עיזי ותרנגולין מעלין סימן)
4 
ה תנו רבנן כמה הוא שכרו בין מרובה ובין מועט דברי ר' מאיר רבי יהודה אומר אפילו לא טבל עמו אלא בציר ולא אכל עמו אלא גרוגרת אחת זהו שכרו ר' שמעון בן יוחאי אומר נותן לו שכרו משלם
5 Die Rabbanan lehrten: Wieviel beträgt sein Lohn? – Ob viel oder wenig– so R. Meír. R. Jehuda sagt, wenn er bei ihm nur etwas in Tunke eintaucht oder mit ihm eine Dörrfeige ißt, sei diessein Lohn. R. Šimo͑n b. Joḥaj sagt, er müsse ihm den vollständigen Lohnbezahlen.
ו תנו רבנן אין שמין לא את העזים ולא את הרחלים ולא כל דבר שאינו עושה ואוכל למחצה
6 Die Rabbanan lehrten: Man darf weder Ziegen noch Schafe noch sonst etwas, was frißt und nichts tut, auf halben Gewinn schätzen;
ז ר' יוסי ברבי יהודה אומר שמין את העזים מפני שחולבות ואת הרחלים מפני שגוזזות ושוטפות ומורטות ואת התרנגולת מפני שהיא עושה ואוכלת
7 R. Jose b. R. Jehuda sagt, man dürfe Ziegen schätzen, weil sie Milch geben, Schafe, weil sie Schur-, Schwemm- und Rupfwollegeben, eine Henne, weil sie arbeitetund frißt. –
ח ותנא קמא גיזה וחלב לא ספק לשכר עמלו ומזונו בגיזה וחלב כולי עלמא לא פליגי כי פליגי בנסיובי ותותרי
8 Reicht denn nach dem ersten Autor die Schur und die Milch nicht als Lohn für die Mühewaltung und das Futter!? – Über Schur und Milch streitet niemand, sie streiten nur über Molkeund Wollreste;
ט תנא קמא סבר לה כר' שמעון בן יוחי דאמר נותן לו שכרו משלם ר' יוסי ברבי יהודה סבר לה כאבוה דאמר אפילו לא טבל עמו אלא בציר ולא אכל עמו אלא גרוגרת אחת זהו שכרו
9 der erste Autor ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Joḥaj, welcher sagt, er müsse ihm den vollständigen Lohnzahlen, und R. Jose b. R. Jehuda ist der Ansicht seines Vaters, welcher sagt, wenn er bei ihm nur etwas Tunke eintaucht oder mit ihm eine Dörrfeige ißt, sei dies sein Lohn.
י תנו רבנן משכרת אשה לחברתה תרנגולת בשני אפרוחין אשה שאמרה לחברתה תרנגולת שלי וביצים שליכי ואני ואת נחלוק באפרוחין רבי יהודה מתיר רבי שמעון אוסר
10 Die Rabbanan lehrten: Eine Frau darf an ihre Genossin eine Henne um zwei Küchlein vermieten. Wenn eine Frau zu ihrer Genossin sagt: ich gebe die Henne, du gibst die Eier, und wir teilen beide die Küchlein, so ist dies nach R. Jehuda erlaubt und nach R. Šimo͑n verboten. –
יא ורבי יהודה לא בעי שכר עמלו ומזונו איכא ביצים מוזרות
11 Ist denn nach R. Jehuda nicht der Lohn für die Mühewaltung und das Futter erforderlich!? – Sie hat dafür die angebrüteten Eier.
יב תנו רבנן מקום שנהגו להעלות שכר כתף למעות לבהמה מעלין ואין משנין ממנהג המדינה רבן שמעון בן גמליאל אומר שמין עגל עם אמו וסיח עם אמו ואפילו במקום שנהגו להעלות שכר כתף למעות
12 Die Rabbanan lehrten: In Orten, wo es üblich ist, einen Lohn für das Umhertragen der Tierezu zahlen, zahle man ihn; man ändere nicht vom Ortsbrauche. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man schätze das Kalb zusammen mit der Mutter, das Füllen zusammen mit der Mutter, selbst in Orten, wo es üblich ist, einen Lohn für das Umhertragen der Tiere zu zahlen. –
יג ורשב"ג לא בעי שכר עמלו ומזונו איכא גללים ואידך גללים אפקורי מפקיר להו:
13 Ist denn nach R. Šimo͑n b. Gamliél kein Lohn für die Mühewaltung und das Futter zu zahlen!? – Er hat dafür den Mist. Und jener!? – Den Mist gibt man preis.
יד אמר רב נחמן הלכה כרבי יהודה והלכה כרבי יוסי ברבי יהודה והלכה כרבן שמעון בן גמליאל
14 R. Naḥman sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda; die Halakha ist wie R. Jose b. Jehuda; und die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél.
טו בני רב עיליש נפק עלייהו ההוא שטרא דהוה כתיב ביה פלגא באגר פלגא בהפסד אמר רבא רב עיליש גברא רבה הוא ואיסורא לאינשי לא הוי ספי מה נפשך אי פלגא באגר תרי תילתי בהפסד
15 Gegen die Söhne des R. I͑liš wurde ein Scheinvorgelegt, in dem geschrieben stand: die Hälfte am Gewinne und die Hälfte am Verluste. Da sprach Raba: R. I͑liš war ein bedeutender Mann und dürfte niemand mit Verbotenem gefüttert haben; entweder [entfiel für den einen]die Hälfte am Gewinne und zwei Drittel am Verluste,